Anschluss-Trainingsprogramm · 11 Min Lesezeit
Anschluss-Training nach Meniskus-OP: Resektion oder Naht — zwei Wege zurück
Wie sich Anschluss-Training nach einer Meniskus-Teilresektion und nach einer Meniskusnaht unterscheidet: Phasen-Tabelle, Belastungs-Schritte und realistische Zeitachse.
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- Julio Abad Veria, Sporttherapeut · Sportwissenschaftler
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Vor jedem Trainingseinstieg nach einer Meniskus-Operation ist die schriftliche Freigabe der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes zwingend erforderlich. Anschluss-Training ist keine Heilbehandlung und keine Krankengymnastik — es ist sportwissenschaftlich begleitete Trainingsbegleitung nach abgeschlossener ärztlicher Reha.
Was Anschluss-Training nach Meniskus-OP wirklich ist
Eine Meniskus-Operation ist der häufigste arthroskopische Eingriff am Knie überhaupt. Aber „Meniskus-OP” ist kein eindeutiger Begriff — er deckt zwei sehr unterschiedliche Eingriffe ab, deren Anschluss-Training kaum etwas miteinander zu tun hat: die Teilresektion (Entfernung des gerissenen Anteils) und die Naht (Refixation des Risses). Welcher Eingriff vorliegt, steht im OP-Bericht und bestimmt jeden Schritt der Trainings-Begleitung.
Ein Anschluss-Trainingsprogramm schließt die Lücke zwischen der ärztlichen Nachsorge — Physiotherapie, ambulante Anschlussheilbehandlung — und dem Wiedereinstieg in Alltag und Sport. Es ist keine Heilbehandlung, keine Physiotherapie und kein Ersatz für die ärztliche Versorgung. Es ist sportwissenschaftliche Trainings-Begleitung mit klaren, messbaren Belastungs-Schritten — auf Basis der ärztlichen Freigabe.
Wer eine Übersicht über alle vier Knie-OP-Typen (TEP, Kreuzband, Meniskus, Knorpel) sucht, findet sie im Pillar-Artikel zum Training nach Knie-OP. Dieser Beitrag fokussiert auf den Meniskus-Verlauf — und vor allem auf den Unterschied zwischen Resektion und Naht, der in vielen Reha-Empfehlungen viel zu sehr verwischt wird.
Teilresektion vs. Naht — zwei sehr unterschiedliche Verläufe
In Deutschland werden heute beide Verfahren klinisch verwendet. Die Wahl hängt von Riss-Lokalisation, Riss-Form, Patientenalter, Begleit-Verletzungen und der biologischen Heilungs-Chance ab.
Meniskus-Teilresektion (Meniskektomie)
Bei einer Teilresektion wird der gerissene Anteil arthroskopisch entfernt, das Restgewebe bleibt erhalten. Das Knie ist meist ab Operations-Tag voll belastbar, die Schwellung klingt innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab, das Gangbild normalisiert sich schnell. Anschluss-Training kann früh starten — Studien zeigen einen mittleren Return-to-Sport von 7 bis 9 Wochen, bei Innenmeniskus-Resektion sogar 3 bis 6 Wochen, bei Außenmeniskus 5 bis 18 Wochen.
Der Trade-off: Wer einen Anteil seines Meniskus verliert, verliert auch ein Stück Stoßdämpfung im Gelenk. Systematische Reviews dokumentieren ein erhöhtes Arthrose-Risiko gegenüber der Naht-Variante. Anschluss-Training kann diesen biologischen Verlust nicht rückgängig machen — wohl aber die funktionelle Belastbarkeit verbessern und damit Sekundär-Schäden vorbeugen.
Meniskusnaht (Meniskus-Refixation)
Bei einer Naht wird der Riss mit Fäden oder Implantaten wieder zusammengefügt — eine biologische Reparatur, die 4 bis 6 Monate Heilungs-Zeit braucht. Das Knie wird typischerweise 4 bis 6 Wochen teilbelastet (oft mit 20 kg Vorgabe), die Beugung in den ersten 6 Wochen auf 0–90° limitiert. Hintergrund: Beugung über 90° unter Belastung erzeugt im Hinterhorn des Meniskus etwa das Vierfache der Belastung im Stand — das gefährdet die frische Naht.
Anschluss-Training startet entsprechend später (typischerweise ab Woche 6 bis 8 nach OP) und mit deutlich vorsichtigerer Progression. Der mittlere Return-to-Sport liegt laut systematischen Reviews bei 5,6 Monaten, die Rückkehr-Rate zum vorherigen Aktivitäts-Niveau bei 81 bis 89 Prozent.
In beiden Fällen gilt: Der Trainings-Plan muss zum gewählten Verfahren passen — ein generisches „Meniskus-Training” ohne Kenntnis von OP-Typ und ärztlichen Auflagen ist im Anschluss-Bereich nicht ausreichend.
Reha-Phasen-Übersicht — beide Verläufe im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt typische Richtwerte. Verbindlich ist immer die ärztliche Freigabe.
| Phase | Teilresektion (Richtwert) | Naht (Richtwert) | Inhalt |
|---|---|---|---|
| 0 | OP-Tag bis Woche 1 | OP-Tag bis Woche 6 | Wundheilung, Schwellungs-Kontrolle, Teilbelastung (nur Naht) |
| 1 | Woche 1–4 | Woche 6–10 | Kraft-Basis, Bewegungs-Sicherheit, Gangschule |
| 2 | Woche 4–8 | Woche 10–16 | Funktionelle Belastung, Ausdauer, Stufen-Progression |
| 3 | ab Woche 8 | ab Monat 4 | Sportartspezifische Anforderungen, Return-to-Sport-Tests |
VERTEX setzt am Übergang von Phase 0 zu Phase 1 ein — also bei der Teilresektion etwa ab Woche 1 bis 2 nach OP, bei der Naht typischerweise ab Woche 6 bis 8 nach OP.
Phase 1: Kraft-Basis und Bewegungs-Sicherheit
In den ersten Wochen nach Reha-Ende geht es nicht um Leistung, sondern um die Wiederherstellung eines belastbaren Bewegungs-Fundaments.
- Isometrische Quadriceps-Aktivierung im Sitzen (Haltezeiten 5–10 Sekunden, 3 Sätze) — bei der Naht in schmerzfreiem ROM-Bereich
- Geführte Mini-Squats (Tiefe begrenzt: Teilresektion bis 60°, Naht strikt bis 90°)
- Hip-Hinge-Basis mit Stange ohne Last (Romanian Deadlift Pattern) — Becken-Stabilität
- Gleichgewichts-Übungen im beidbeinigen Stand auf instabiler Unterlage
- Ergometer-Ausdauer mit hohem Sattel (niedrige Beugung), 10–15 Min, Borg 10–12
Was in Phase 1 noch nicht stattfindet: einbeinige Sprünge, schnelle Richtungswechsel, maximale Kniebeugen, tiefe Squats unter Last, Kontaktsport.
Phase 2: Funktionelle Belastung steigern
Sobald die Grundbewegungen schmerzfrei und sicher sind, beginnt der Übergang zur funktionellen Belastung.
- Bulgarian Split Squat mit dem operierten Bein hinten — submaximal mit Körpergewicht, dann progressiv mit Goblet-Last (3 × 8–10, Borg 13–14)
- Step-up-Variationen mit progressiver Stufen-Höhe (15 → 20 → 25 cm)
- Beinpresse mit submaximaler Last in schmerzfreiem ROM
- Single-Leg Romanian Deadlift für die hintere Kette
- Ausdauer auf Crosstrainer oder Ergometer, niedrige bis moderate Intensität (Borg 12–14)
Speziell für die Naht-Variante: Sprünge und tiefe Squats bleiben in dieser Phase ausgeschlossen — die biologische Naht-Heilung ist noch nicht abgeschlossen.
Phase 3: Sportartspezifische Anforderungen, Return-to-Sport-Tests
Ab Phase 3 wird die Kraft systematisch erhöht und um sportartspezifische Reize ergänzt — bei der Teilresektion ab Woche 8, bei der Naht ab Monat 4.
- Einbein-Kniebeuge an der Wand oder mit TRX, schmerzfreier Bereich
- Low-Impact-Plyometrie ab Phase 3 (Pogo-Hops, Tap-Drills auf Step-Brett) — bei der Naht erst nach klinischer Freigabe
- Reaktive Beinachsen-Kontrolle: Single-Leg-Stand mit gestörter Aufmerksamkeit (Ball-Werfen)
- Sportartspezifische Bewegungs-Muster (für Läufer: kontrollierte Antritte, Anfersen; für Radfahrer: Anstiege im Wiegetritt; für Tennisspieler: laterale Schritte)
Für die Lauf-Rückkehr nach Meniskus-OP gilt: bei Resektion progressives Walk/Jog ab Woche 4 bis 6, bei Naht ab Monat 3 bis 4. Das vollständige 8-Wochen-Walk/Jog-Protokoll mit Pre-Run-Tests und Berliner Lauf-Revieren beschreibt unser Cluster-Artikel: Wiedereinstieg ins Laufen nach Knie-OP.
Belastung richtig steuern: BORG, ROM, LSI
Drei sportwissenschaftliche Werkzeuge machen den Unterschied zwischen „irgendwie trainieren” und „nachweislich Fortschritt”:
BORG-Skala 6–20 für die subjektive Belastungs-Intensität. Im Anschluss-Training nach Meniskus-OP gelten Werte zwischen 11 („leicht”) und 14 („etwas anstrengend”) als Standard-Korridor in Phase 1 und 2. Das schützt vor reaktiver Reizung des Gelenks und macht Belastung über Wochen vergleichbar.
Range of Motion (ROM) als Reha-Ziel. Bei der Teilresektion wird volle ROM in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen erreicht. Bei der Naht liegt das Beuge-Limit in den ersten 6 Wochen bei 90°, danach progressiver Aufbau bis volle Beugung typischerweise ab Monat 3 bis 4. Wird die ROM nicht erreicht, muss die ärztliche Versorgung vor jedem weiteren Training reagieren — Anschluss-Training kann diese Lücke nicht schließen.
Limb Symmetry Index (LSI) als Return-to-Sport-Kriterium. Vergleich von Kraft- oder Sprungleistungen des operierten Beins mit denen des gesunden Beins. Schwellenwert: LSI ≥ 80 Prozent für moderate Sport-Rückkehr (Joggen, Radfahren), ≥ 90 Prozent für Freizeit-Pivot-Sport, ≥ 95 Prozent für Wettkampf-Pivot-Sport. Messbar über isokinetische Krafttests und Single-Leg-Hop-Tests.
Wann darf ich was wieder? — Wiedereinstieg pro Sportart
Die folgenden Richtwerte gelten bei unkompliziertem Verlauf. Verbindlich ist die ärztliche Freigabe.
| Sportart | Teilresektion | Naht | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Ergometer (hohe Sattel-Position) | ab Woche 1–2 | ab Woche 6–8 | Niedrige Trittfrequenz, schmerzfreier ROM |
| Schwimmen (Kraul/Rücken — kein Brust) | ab Woche 2–3 | ab Woche 8–10 | Brustbeinschlag belastet Innenband stark |
| Radfahren outdoor (flach) | ab Woche 3–4 | ab Woche 10–12 | Sattel hoch genug, niedrige Trittfrequenz |
| Wandern auf flachem Untergrund | ab Woche 4 | ab Woche 10 | Stöcke einsetzen, Distanz progressiv |
| Nordic Walking | ab Woche 4–6 | ab Woche 12 | Aktive Stock-Arbeit, kein Hangabwärts |
| Joggen (Walk/Jog-Protokoll) | ab Woche 4–6 | ab Monat 3–4 | Pre-Run-Tests vorher zwingend |
| Krafttraining (mehrgelenkig) | ab Woche 4–6 | ab Monat 3 | Schmerzfreier ROM, submaximal |
| Tennis im Doppel | ab Woche 6–8 | ab Monat 4–6 | Im Einzel später, hohe Drehmomente |
| Fußball, Handball, Basketball (Training) | ab Woche 6–9 | ab Monat 4–6 | Erst nach bestandener LSI-Test-Batterie |
| Wettkampf in Pivot-Sport | ab Woche 9–12 | ab Monat 5–7 | Erst nach LSI ≥ 90 %, schriftliche Freigabe |
| Ski alpin | ab Monat 3 | ab Monat 5–6 | Hohe Dreh- und Stoß-Belastung |
Diese Empfehlungen folgen den Daten der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin und internationaler systematischer Reviews (siehe Quellen) und sind eine Orientierungs-Hilfe — keine Therapie-Empfehlung.
Drei typische Stolpersteine
- Bei der Teilresektion zu früh hochfahren. Weil das Knie schmerzfrei ist, wirkt eine Rückkehr nach 3 Wochen verlockend. Doch reaktive Reizung der Gelenkkapsel und der Knorpelfläche zeigen sich oft erst Tage später — als „komisches Ziehen” beim nächsten Training, das dann wieder vier Wochen kostet. Geduld in Woche 3 bis 4 ist die zuverlässigste Investition in Woche 8.
- Bei der Naht das Beuge-Limit ignorieren. „90° tut nicht weh, also gehen auch 100°” — bis die Naht reißt. Das Beuge-Limit ist keine Empfindungsfrage, sondern eine biomechanische Vorgabe. Tiefe Squats, Fersen-Sitz, Treppensteigen mit voller Beugung im operierten Bein gehören in den ersten 6 Wochen strikt vermieden.
- Fehlende Re-Test-Punkte. Ohne klare Messpunkte (LSI, ROM, schmerzfreie Kniebeugetiefe, Single-Leg-Hop) lässt sich Fortschritt nicht objektiv beurteilen. Nach 6 Wochen Anschluss-Training sollte ein erster Re-Test stattfinden, vor Sport-Rückkehr ein zweiter — das ist der Unterschied zwischen „gefühlt besser” und „messbar belastbar”. Eine Bewegungsanalyse macht solche Asymmetrien sichtbar.
Anschluss-Training nach Meniskus-OP in Berlin
VERTEX SPORTTHERAPIE bietet 1:1-Anschluss-Training nach Meniskus-OP in mehreren Berliner Studios — und für outdoor-orientierte Phase-3-Einheiten auch im Tempelhofer Feld, im Volkspark Friedrichshain oder im Lietzenseepark. Mit Studio-Standorten in Mitte, Charlottenburg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Kreuzberg ist VERTEX für die meisten Privatzahler:innen gut ÖPNV-erreichbar. Trainings finden auf Deutsch, Englisch oder Spanisch statt — in Berlin selten. Wer in der frühen Naht-Phase mit Wasser-Training starten möchte, findet in unserer Aqua-Bewegungstraining-Linie Aqua-Jogging und gelenkschonende Wasser-Kraft. Für Naht-Patient:innen mit sportlicher Rückkehr empfiehlt sich der Übergang in Sportliche Wiedereingliederung ab Phase 3.
Anschluss-Training ist eine Selbstzahlerleistung. Transparente Konditionen finden Sie in der Preis-Übersicht, eine ehrliche Markt-Einordnung im PDF Was kostet Sporttherapie privat in Berlin?. Ein 15-minütiges Erstgespräch kostet nichts und klärt, ob VERTEX zur konkreten OP-Variante, zur ärztlichen Freigabe und zum Ziel-Sport passt.
Was kein Anschluss-Trainingsprogramm leisten kann
Ein Anschluss-Trainingsprogramm ist keine Therapie und ersetzt weder die ambulante Reha noch die ärztliche Nachsorge. Bei anhaltenden Schmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen, Wärme oder Rötung im OP-Gebiet oder bei unklaren Symptomen ist die Rücksprache mit der operierenden Ärztin oder dem operierenden Arzt unverzichtbar.
Was ein gut strukturiertes Anschluss-Trainingsprogramm hingegen bietet: einen verlässlichen, kriterien-basierten Weg von der medizinischen Versorgung zurück in den Sport — mit messbaren Fortschritten, klaren Belastungsschritten und einer realistischen Zeitachse, die zu OP-Variante und Lebenssituation passt.
Häufig gestellte Fragen
-
Wann darf ich nach einer Meniskus-Teilresektion wieder Sport machen?
Bei einer reinen Teilresektion ist Vollbelastung in der Regel ab Tag 1 möglich, Radfahren oder Schwimmen mit Kraul-/Rückenbeinschlag ab Woche 2 bis 4. Joggen und kontaktarmer Sport werden typischerweise ab Woche 4 bis 6 freigegeben, Pivot-Sportarten wie Fußball oder Tennis im Einzel ab Woche 6 bis 9. Internationale Studiendaten zeigen einen mittleren Return-to-Sport von 7 bis 9 Wochen — verbindlich ist die schriftliche Freigabe der operierenden Ärztin oder des operierenden Arztes. -
Wann darf ich nach einer Meniskusnaht wieder Sport machen?
Nach einer Meniskusnaht ist Sportbeginn frühestens nach 3 bis 4 Monaten realistisch, der mittlere Return-to-Sport liegt laut systematischen Reviews bei rund 5,6 Monaten. Kontakt- und Pivot-Sport (Fußball, Handball, Basketball, Tennis im Einzel) wird typischerweise erst ab Monat 4 bis 6 freigegeben — und nur, wenn Kraft- und Funktions-Tests im operierten Bein vergleichbare Werte zum gesunden Bein zeigen. -
Was ist der Unterschied zwischen Teilresektion und Naht für mein Training?
Bei einer Teilresektion (Meniskektomie) wird der gerissene Anteil entfernt — das Restgewebe ist sofort belastbar, die Reha ist beschleunigt. Bei einer Naht (Refixation) wird der Riss wieder zusammengefügt und muss biologisch verheilen — das erfordert 6 Wochen Teilbelastung, Beugungs-Limit auf 90° und insgesamt eine etwa fünfmal längere Reha-Dauer. Welches Verfahren der Operateur gewählt hat, steht im OP-Bericht und bestimmt jeden Schritt des Anschluss-Trainings. -
Wie lange braucht das Knie nach einer Meniskusnaht eine Schiene und Krücken?
Üblich sind 4 bis 6 Wochen Teilbelastung mit Unterarmgehstützen plus Orthese mit Beugungs-Limit auf 90 Grad — das ist Teil der ärztlichen Nachsorge, nicht des Anschluss-Trainings. Die genaue Dauer hängt von Riss-Lokalisation, Naht-Technik und individuellem Verlauf ab. Anschluss-Training startet erst nach Abschluss der Teilbelastung und nach schriftlicher Freigabe der Klinik. -
Warum darf das Knie nach einer Meniskusnaht in den ersten Wochen nur bis 90° gebeugt werden?
Beugung über 90° unter Belastung erzeugt im Hinterhorn des Meniskus etwa das Vierfache der Belastung im Stand — das gefährdet die frische Naht. Standard-Protokolle (siehe Calanna et al. 2022) limitieren daher die aktive Flexion in den ersten 6 Wochen auf 0–90°. Tiefere Beugung wird erst nach klinischer Freigabe und im Anschluss-Training schrittweise wieder aufgebaut. -
Wann darf ich nach einer Meniskus-OP wieder joggen?
Nach einer Teilresektion typischerweise ab Woche 4 bis 6 — vorausgesetzt das Gangbild ist hinkfrei, die Quadriceps-Kraft im operierten Bein erreicht mindestens 80 Prozent des gesunden Beins und ein 5-minütiger Geh-Test bleibt schmerzfrei. Nach einer Meniskusnaht frühestens ab Monat 3 bis 4 und nur über ein progressives Walk/Jog-Protokoll — die Details zum Lauf-Wiedereinstieg beschreibt unser [Cluster-Artikel: Wiedereinstieg ins Laufen nach Knie-OP](/wissen/wiedereinstieg-laufen-nach-knie-op/). -
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Anschluss-Training nach Meniskus-OP?
Reha-Sport nach § 64 SGB IX ist bei ärztlicher Verordnung über einen anerkannten Verein als Sachleistung möglich — meist im Gruppen-Setting, was bei einer Meniskusnaht mit individuellen Belastungs-Limits oft nicht ausreicht. Privat geführtes 1:1-Anschluss-Training ist eine Selbstzahlerleistung. Private Krankenversicherungen und Beihilfen erstatten Personal Training mit Reha-Bezug teilweise anteilig — Konditionen vor Trainings-Start mit dem eigenen Tarif klären. -
Steigt das Arthrose-Risiko nach einer Meniskus-Operation?
Ja — vor allem nach einer Teilresektion zeigen systematische Reviews ein erhöhtes Arthrose-Risiko gegenüber der Naht-Variante. Hintergrund: Der Meniskus verteilt Belastung im Gelenk; jeder entfernte Anteil reduziert diese Stoßdämpfung. Strukturiertes Anschluss-Training mit Quadriceps-Aufbau, Beinachsen-Kontrolle und Gewichts-Management kann das Risiko nicht eliminieren, aber die funktionelle Belastbarkeit deutlich verbessern.
Diese Leistung im Detail
Anschluss-Trainingsprogramm — strukturierte Trainingsbegleitung mit Julio
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Wissenschaftliche Quellen
Diese Inhalte stützen sich auf folgende Leitlinien, systematische Reviews und Fachpublikationen:
- 1. Rehabilitation and return to sports after isolated meniscal repairs: a new evidence-based protocol Journal of Experimental Orthopaedics / PMC (Calanna, Duthon, Menetrey), 2022
- 2. Return-to-Play and Rehabilitation Protocols Following Isolated Meniscal Repair — A Systematic Review Orthopaedic Journal of Sports Medicine / PMC, 2021
- 3. Dauer bis zum Return to Sports nach verschiedenen Meniskusoperationen Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (DGSP), 2019
- 4. Meniskusteilentfernung und Sportfähigkeit GOTS — Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin, 2023
- 5. Operation nach Meniskusriss: Entfernung oder Naht? Gelenk-Klinik Gundelfingen, 2024
- 6. Meniscal Repair Rehabilitation Protocol Lahey Hospital & Medical Center, Department of Orthopaedic Surgery, 2022
- 7. Osteoarthritis Development Following Meniscectomy vs. Meniscal Repair for Posterior Medial Meniscus Injuries: A Systematic Review PMC / Systematic Review, 2024
- 8. S2k-Leitlinie Indikation Knieendoprothese (EKIT-Knie) AWMF / DGOU / DGOOC, 2023
Über den Autor
Julio Abad Veria
Sporttherapeut · Sportwissenschaftler
Julio hat in Kuba ein 5-jähriges Hochschuldiplom in Sportwissenschaft absolviert, in Deutschland von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) als Sportwissenschaftler anerkannt. Seit 14 Jahren in stationären und ambulanten Reha-Zentren in Berlin tätig — heute mit Schwerpunkt auf 1:1-Anschluss-Training nach abgeschlossener ärztlicher Behandlung.
Weiterbildungen mit Bezug zum Thema:
- KG am Gerät — Krankheitsbilder
- Bewegungstherapie bei onkologischen Erkrankungen
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